| Biografie | Sophia Meyer wurde am 9. Januar 1871 als viertes Kind von Salomon Cahn und Henriette Jacoby in Weisweiler geboren. Dort existierte seit Mitte des 16. Jahrhunderts eine kleine jüdische Gemeinde. Ihr Vater stammte aus dem zehn Kilometer entfernten Dörfchen Echtz und verdiente sein Geld als Glaser, ihre Mutter Henriette war die Tochter des „Schlächters“ und „Handelsmannes“ Heymann Jacobi aus Kamen.1881 änderte die Familie Cahn durch eine „Genehmigungsurkunde der Königlichen Regierung zu Aachen vom 20. September“ ihren Namen in Meyer.
Nach dem Tod der Mutter im Jahr 1923 lebte Sophia Meyer mit dem Vater zusammen in Weilerswist, wo sie in der Hauptstraße 58 eine Kurzwarenhandlung betrieb. Sie verließ ihren Heimatort nach dem Tod des Vaters im März 1938 und zog nach Köln zu ihrer Schwester Rosalie. Über ihre nächsten Lebensjahre ist nichts bekannt. Erst 1942 findet sich wieder eine Spur von Sophia Meyer. Ihr Name steht auf der Deportationsliste des ersten großen Transportzugs von Köln-Deutz in das Ghetto Theresienstadt: „606. Meyer, Sophie S. von Beethovenstraße. Kein Vermögen.“ Vermutlich hatte die inzwischen 71-Jährige zuvor einige Zeit in einem der Ghettohäuser in der Beethovenstraße gewohnt.
Sophia Meyer wurde am 19. September 1942 von Theresienstadt weiterdeportiert in das Vernichtungslager Treblinka und dort vermutlich sofort nach der Ankunft ermordet. |