Name Grünholz, Ilga
Biografie Ilga Grünholz, geboren am 8. September 1939 in Köln, gehörte zu einer Familie deutscher Lowara. Die Familie bestand aus den Eltern Johann Strauß und Minna Grünholz sowie ihren sechs Kindern: Hans (geboren 1928), Elisabeth (geboren 1929), Anna (geboren 1934), Josef (geboren 1936), Maria (geboren 1938) und Ilga. Bis Anfang der 1930er Jahre konnte der Vater den Unterhalt der Familie mit seinem Pferdehandel bestreiten. Doch unter dem NS-Regime wurde den als „Fremdrasse“ diffamierten Roma eine Berufsausübung mit der Zeit unmöglich gemacht. Kurz nach der Geburt von Ilga wurden die beiden älteren Geschwister in Bottrop in Fürsorgeerziehung eingewiesen – ein gegen Sinti und Roma häufig angewendetes Repressionsmittel. Als Säugling wurde Ilga Grünholz zwangsweise von Eltern und Geschwistern getrennt und in einem Kinderheim in Leverkusen-Schlebusch untergebracht. Im Mai 1940 wurden ihre Eltern und die Geschwister Anna, Josef und Maria zusammen mit rund 1.000 anderen Sinti und Roma aus dem Rheinland in das deutsch besetzte Polen deportiert. Zu einem derzeit nicht bekannten Zeitpunkt gelangte Ilga Grünholz in das Städtische Kinderheim am Sülzgürtel. Aus den Akten der früheren Kriminalpolizeileitstelle Köln geht hervor, dass es das Kinderheim selbst war, das die Polizei im Januar 1943 auf das „Zigeunerkind“ aufmerksam machte – also zu einem Zeitpunkt, als Heinrich Himmler die Deportation der deutschen Sinti und Roma in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau bereits angeordnet hatte. Sie wurde am 3. März 1943 von Köln aus nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Im Deportationszug waren auch ihre Geschwister Hans und Elisabeth sowie die Großmutter Anna Strauß. Ilga Grünholz hat das Vernichtungslager nicht überlebt, wie die meisten anderen Angehörigen der Familie.
Ort Köln
Stadtteil Sülz
Straße Sülzgürtel 43
Deportations- / Haft- / Sterbeort Auschwitz
Verfolgtengruppe Sinti und Roma